
Bei dem HAL - Operationsverfahren existiert nun die Möglichkeit, die die Hämorrhoide mit Blut versorgende Schlagader (Arterie) minimal-invasiv im Rahmen einer nur auf den untersten Zentimetern erforderlichen Mastdarmspiegelung mit einem Ultraschall-Detektor zu identifizieren und eben bei dieser Ultraschall-Doppler-Kontrolle in einem Gang auch mittels Naht zu verschließen. Hierzu ist per se keinerlei Betäubung erforderlich (allerdings empfiehlt sich aufgrund einer ängstlichen Verspannung des Patienten mit Verkrampfung des Schließmuskels für den besseren Zugang dann doch eine gewisse Betäubung). Das Hämorrhoiden-Polster wird daraufhin mit der Zeit absterben, die Krankheit somit enden. Der betreffende Hämorrhoiden-Knoten wird allerdings nur langsam schrumpfen. Gelegentlich verbleiben kleinere Schleimhautfalten (=Marisken), die mit einem kleinem Eingriff bei Lokalanästhesie ausgeschnitten oder mit einem Laser abgetragen werden können.


Das wesentliche Kriterium dieser neuen Behandlungsmethode (HAL = Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur) ist die weitestgehend auch postoperativ vorliegende Schmerzfreiheit und die kaum noch entstehende Arbeitsunfähigkeit.
Als Weiterentwicklung der HAL-Methode ist das RAR-Verfahren geeignet, insbesondere die dritt- und viertgradigen Hämorrhoidalveränderungen wirksam und zugleich komplikationsarm zu behandeln. RAR steht für Recto-Anal-Repair. Dabei werden die prolabierenden Schleimhautbezirke mit einem modifizierten Instrumentarium ebenfalls unter Ultraschall-Doppler-Kontrolle mit gutem Langzeiterfolg gerafft und die schwer kompromittierenden Symptome beseitigt. Die Auswertung zehntausender RAR-Eingriffe hat erwiesen, dass bei besserem Patientenkomfort die klinischen Ergebnisse die der alternativen OP-Methoden übersteigen. Die eindeutige Empfehlung im Hinblick auf eine Hämorrhoiden-OP gilt daher dem HAL- bzw. RAR-Verfahren.


