Die Methodik der operativen Versorgung, z.B. eines Leistenbruchs, hat sich in den zurückliegenden Jahren dahingehend verändert, dass
als alternative OP-Form zum „Bauchschnitt“ (offene Methode) die sog. minimal-invasive Form mittels Bauchspiegelung (endoskopisches Verfahren) etabliert wurde,
die Bereitschaft, Kunststoff-Netze als „Flicken“ einzusetzen, aufgrund der nunmehr über 20 Jahre gewonnenen Erkenntnis hinsichtlich deren grundsätzlicher Unbedenklichkeit, deutlich größer geworden ist.
Die operative Versorgung z.B. eines Leistenbruchs mittels Bauchspiegelung verlangt auch weiterhin aufgrund des großen technischen Aufwands und des auch größeren Zeitbedarfs der Operation selbst die stationäre Versorgung. Zwingend ist dabei die Verwendung eines Kunststoffnetzes erforderlich.
Bei der offenen Operationsform kann bis zuletzt, das heißt bis zur vollständigen anatomischen Präparation der Bruchsituation, die Entscheidung für oder gegen ein Kunststoffnetz abgewartet werden. Weiterhin gilt der Grundsatz, bei jungen Menschen den Einsatz eines Netzes möglichst nicht vorzunehmen.
Netze empfehlen sich dagegen besonders bei älteren, geschwächten Patienten. In der großen Gruppe von Patienten zwischen den vorgenannten Extremen ist die Einsatzbereitschaft zu netzen bei den einzelnen Chirurgen sehr unterschiedlich und wird von vielen anderen Aspekten mit beeinflusst. So ist die frühere körperliche Belastbarkeit und damit einhergehend auch die frühere Arbeitsfähigkeit bei der Verwendung eines Kunststoffnetzes sich ein Argument dafür.

Diese Argumentation fällt um so leichter, als die Entwicklung moderner Kunststoffnetze heute nach vollständigem Einbau im Körpergewebe nur mehr eine Dicke von 1mm ausmacht, der Anteil an Fremdkörpermaterial somit verschwindend gering geworden ist.
Hochmodernes 3-in-1 Netzimplantat der Fa. Ethicon (Johnson & Johnson Medical GmbH, 22851 Norderstedt)
Natürlich wird in unserer Praxis die Indikation für oder gegen eine Netz-Implantation bei der ambulanten Versorgung eines Weichteilbruches ganz individuell auf den Patienten abgestimmt vorgenommen, wobei die eigenen Wünsche und Vorstellungen des Patienten selbst besonders berücksichtigt werden.
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